Mittwoch, April 15, 2009

geschafft

John Lash. T'ai Chi Journey. Element Books. 1993. Mein erstes 'esoterisches' Buch seit Jahren.

Die Essenz: vermeide Extreme; die Natur ist die beste Lehrmeisterin; bleibe unerkannt und verrichte dein Werk ohne Erwartung auf Anerkennung; T'ai Chi losgelöst von der taoistischen Philosophie ist pure Gymnastik; die perfekte Bewegung gibt es nicht; wenn du nichts tust, wird getan...

Zugegeben, ich habe mich durch das Buch mehr gerobbt als geschmeidig hindurch zu gleiten. Und doch hat es mich an Werte und Wertvorstellungen erinnert oder aufgefrischt, die mir einmal wichtig waren und zum Teil immer noch sind.

Eine davon: Liebe ist das fünfte Element.

Montag, März 23, 2009

adieu, merci.

ich habe mich immer geweigert, t.c. boyle zu lesen. doch jetzt habe ich mich überwunden. und weiss mit bestimmtheit, dass es richtig war. ... sich zu weigern, meine ich.

talk talk. t. c. boyle. 2006, carl hanser verlag, münchen


dann doch lieber richtiger dreck. beim busfahren in die stadt. oder auf kurzen zugfahrten zu einer sitzung.

den göttern kommt das grosse kotzen. charles bukowski. 2007, verlag kiepenheuer & witsch, köln.

Donnerstag, März 19, 2009

frühlingsgeruch

über ein dutzend katzen leben in unserer unmittelbaren nachbarschaft. mehr als vier davon scheissen regelmässig auf den rasen oder in den garten vor unserem haus. im winter friert das alles sofort ein. kein wirkliches problem. doch wenn die temperatur steigt, taut die ganze katzenkacke. alles auf einmal.

Sonntag, Januar 04, 2009

Builog

"Sie sehen schlecht aus."
"Magenverstimmung."
"Wovon?"
"Vom Leben."
"Da sind Sie nicht der Einzige."

Isaac zu David in "Das Spiel des Engels" von Carlos Ruiz Zafòn.
2008. S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M.

Montag, Dezember 08, 2008

So viele Fragen.

»Am Anfang nahm der Erfinder ein Häufchen Erde, er knetete eine Frau und einen Mann und verheiratete die beiden. Doch die Frau hatte sich vom Leben mehr erhofft. Sie breitete die Arme aus, erhob sich in die Luft und flog ans Meer. Der Erfinder schickte ihr drei Engel nach, um sie zu verhaften. Doch die Frau sagte nur: »Ich gehe nicht zurück«, und als die Engel sie wegtragen wollten, zappelte sie und sperrte sich und nannte ihren Mann ein Weichei. Die Engel zerrten sie ins Wasser, drückten ihren Kopf nieder und versuchten sie zu ertränken. Doch die Frau war nicht so leicht zu töten, und irgendwann befahl der Erfinder, sie in Ruhe zu lassen. »Was willst du eigentlich?«, fragte er die Frau. »Soll ich dir einen anderen Mann geben? Dann müsstet ihr aber in der Unterwelt leben, hier oben hast du dich unmöglich gemacht.« »Mir ist alles recht«, sagte die Frau und ordnete ihr Haar, »solange ich nicht zurückmuss.« Der Erfinder gab ihr einen besseren Mann, schickte beide in die Unterwelt und flog wieder nach Hause. »Ja, und was ist mit mir?«, fragte ihr erster Mann. Er tröstete sich schnell, als der Erfinder versprach, ihm drei anspruchslosere Frauen zu geben.« (Achtzehnte sternklare Nacht)

Tim Krohn.

Zum Sterben schön

Ihr Erkennungsmerkmal war ein geschnitzter Totenkopf am Instrument. Sie führten die Trauerzüge an und musizierten vor offenen Gräbern, um die Seelen der Verstorbenen zu reinigen und die Zuhörer zu Tränen zu rühren. Seit den kulturellen Umwälzungen der Reformationsjahre waren sie zu hören - nur von denen nicht, deren tränenreichem Gedenken ihr schmerzlichschönes Spiel galt, den Toten: die Beerdigungs-Violinisten (auch "Totengeiger") ersetzten die römisch-katholischen Bestattungsrituale im protestantischen Europa. Doch die Geschichte der zutiefst bewegenden Begräbnis-Kompositionen geriet nach einer geheimen gegenreformatorischen Aktion des Vatikans in Vergessenheit. Allein einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass der britische Violinist und Musikologe Rohan Kriwaczek bei seiner Suche nach besonders tragischer Musik auf die letzten, seither in hermetischer Abgeschiedenheit lebenden Mitglieder der Zunft der Begräbnisviolinisten stieß und dabei zugleich Licht in ein düsteres Kapitel der jüngeren Kirchengeschichte brachte.

Rohan Kriwaczek hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Erbe der anrührenden Kunstform zu bewahren und die Zunft ins 21. Jahrhundert zu führen. Nach langem Zögern hat der Vorstand der Gilde der Begräbnisviolinisten die uneingeschränkte Veröffentlichung seiner Forschungsergebnisse erlaubt. Dem Buch konnten daher originale Notenbeispiele beigefügt werden. Nach der Vernichtung der meisten Dokumente durch die Gegner des spirituellen Brauchs ist allerdings verständlich, warum "Eine unvollständige Geschichte der Begräbnisvioline" in einigen Punkten spekulativ bleiben muss. Kritiker, die das ganze Unterfangen für einen rabenschwarzen practical joke halten, liegen allerdings ebenso falsch wie diejenigen, die der aufwändiger Spurensuche im Dickicht der historischen Eventualitäten mit indigniertem Dünkel gegenüberstehen. Die Geschichte der Begräbnisviolinie ist zu schön, um sie nicht zu erfinden.

Mittwoch, September 10, 2008

Vergangenheit ist das, was man ohne Reue hinter sich lässt.

Keine Ahnung, ob sie es immer noch tun, die Wiener Witwen in ihren Altbauwohnungen, doch er nimmt es an, denn in dieser Stadt ändern sich nur ein paar Fassaden, und dahinter bleibt alles beim alten. Geburten, Hochzeiten, Todesfälle und dazwischen ein bisserl Leben. Kaffeehaus, Heuriger, Grinzing oder Wienerwald, die Oper vielleicht, das Kartenmischen bestimmt, und sie sehen mehr fern, was die Verfettung beschleunigt und die Vereinsamung auf erträglichem Niveau hält.Alte Frauen sind für Ludwig immer schwarz, auch wenn sie angezogen sind wie die Papageien. Wien ist, abgesehen von einer Handvoll Leuten und ein paar schrägen Vögeln, keine Stadt der Eleganz, sondern eher schäbig von einer Ecke um die andere, so wie die Häuser und Geschäfte auch, ein Mischmasch aus Sanierung und Verfall, wie bei den Frauen, die seine Wege kreuzen.Doch du kannst ihnen nicht ausweichen, den Hektaten (sic) Wiens, den schwarzen alten Weibern. Die Griechen haben sie eingesperrt, ihre Göttinnen der Rache und der Nacht, nachdem sie sie umgetauft hatten und sie Eumeniden nannten, die Wohlmeinenden, wie sie voller Aberglauben sagten. In Ludwigs Stadt laufen sie frei herum. Sitzen in Kaffeehäusern und zocken oder lösen Kreuzworträtsel, halten sich an Einkaufswagen von Hofer oder Billa fest oder fahren mit der Tramway zu den Friedhöfen, die das Größte in Wien sind. Ob es demoskopisch korrekt ist oder nicht: Für Ludwig verdrängen sie die Jungen aus dem Stadtbild, zumindest tagsüber, und jetzt wär' er beinah über eine gestolpert, die auf einer Bank sitzt und Tauben füttert. Sie schimpft ihm giftig hinterher, obwohl er sich entschuldigt hat, und Ludwig beschleunigt seine Schritte, um der kreischenden Stimme zu entgehen. Kleinere Vergehen werden erbarmungslos geahndet, während alle größeren diese Stadt in Walzerklängen ersäuft.

Aus 'Helden sterben' Christine Grän © 2008 Eichborn Verlag, Frankurt/Main.

Dienstag, Juli 22, 2008

sie ist da.

unser alles mit engelslächeln und pausbäckchen. unser würmli, schnäggli, schnäggelina, bombolina, wuschuknuschu, hasefratz, zaubermaus, wackelbacke, scheisserchen, pisulise, wulletrulla, seidennase, ohregrübler, dancingqueen, ...

unsere göttintochter und tageslichtgeborene: rhea lucienne. 10.07.08. 07.21 h.

mir fehlen die worte. aber namen finden sich noch tausend mehr.

fortsetzung folgt.

Mittwoch, Juni 25, 2008

Trilogie der sexuellen Unendlichkeit

von Claudia Redlhammer

Ich habe Claudia anlässlich eines Seminars kennengelernt. Ihre engagierte Art hat mich sehr fasziniert, aber auch ein wenig verängstig - so wie ihre Texte und ihr direktes, schonungslos ehrliches Wesen. Eine stolze und starke Frau. Im wahrsten Sinne des Wortes.

I: Die Jagd
Ich wünsche mir, Dich zu erkennen. Erkennen unter all dem Mittelmaß, in dem ich wandere. Ich träume, immer wieder von der Liebe. Damit ich Dich einmal lieben kann, trotz meiner Ängste. Ich brauche, viel Deiner Kraft. Damit ich nicht schwach werde, beim Kampf um Dich. Ich fühle, es gibt kein Ziel. Denn wenn ich Dich gewonnen habe, wird es Zeit für mich, in die Ferne zu blicken, und weiter zu gehen.

II: Der Genuss
Aber vor meinem Abgang, werde ich mich noch von Dir Lieben lassen. Werde ich mir noch die Lust verschaffen, Dich zu erregen. Deine Lust auf mich, auskosten. Mich von Deinen Augen öffnen lassen, während sie mich abtasten, entlang an meinen vollen, längst geöffneten Lippen. Wie sie meinen Hals entlanggleiten, und meine Brüste liebkosen, bevor sie in meinen Schoß verweilen. Deinen Mund auf meinem zu fühlen, Deine Zunge zu necken, das Kribbeln in meinem Bauch genießen, wenn Du an meinen Brüsten saugst, kurz, bevor Du meine geheimste Stelle zum Kochen bringst. Und dann, wenn Du Dich endlich ausziehst, Deinen Schwanz zu sehen, ihn riechen und schmecken zu dürfen, und ihn dann, als Vollendung, in mir zu spüren. Bevor ich in die Ferne blicke, um weiter zu gehen.

III: Die Erkenntnis
Denn wenn Du mich berührst, auf die immer gleiche Art, an den gleichen Stellen wie gestern und vorgestern. Wenn ich verzweifelt versuche, Deine Männlichkeit zum Stehen zu bringen, und Du mir erklärst, der Stress würde ihr Bodenhaftung verordnen. Und wenn dann, der Ekel vor der Gewohnheit, nicht nur meinen Körper, sondern auch meine Seele erreicht ...Dann wird es Zeit für mich, in die Ferne zu blicken, und weiter zu gehen.

http://www.redlhammer.com/

Dienstag, Juni 17, 2008

open source resistance











wie sterben?

"der gedanke der unsterblichkeit ist ein leuchtendes meer, wo der, der sich darin badet, von lauter sternen umgeben ist." jean paul

mit der bevorstehenden geburt unseres nachwuchs kommt, neben vielen anderen gedanken, auch derjenige an den tod. doch dies ist für mich schon seit jeher ein thema - aufmerksam blog lesende wissen bescheid. nicht nur aus aktuellem anlass also hier der verweis auf eine website, mit deren inhalt ich mich identifizieren kann.

http://www.sterben.ch

Mittwoch, Mai 28, 2008

juhui!

sächeli und kleidchen für die 'geburts-notfalltasche' stehen bereit. mein herz strahlt, seit ich heute morgen das kleine, unglaublich süsse, weisse strickjäckchen und das 'dj ötzi' mützchen in die höhe hielt und dachte: «mit baby gefüllt, sieht das noch viel besser aus!»

bettlektüre

ich bin ja eher nicht so der 'guter-ratgeber-für's-leben-leser'. aber das hier ist richtig gut. weil witzig und pointiert geschrieben, etwas skuril und flockig froh.

psychiater als protagonisten geben immer was her. berichte über eine weltumrundung sowieso. 'theodors reise' und 'sofies welt' lassen grüssen... leichte kost vor dem gedankenfall.

Dienstag, März 04, 2008

halbzeit

gewicht: 78kg - bauch: kugelig rund - gemüt: easy going und nah am wasser gebaut - bewegungsfreiheit: eingeschränkt - lieblingsbeschäftigung: schlafen.

nein, ich rede nicht von mir sondern von meiner liebsten. die 20ste woche schwangerschaft ist vorbeit und der kleine racker tritt meiner zukünftigen frau schon ziehmlich heftig in den bauch.

ja. ich werde vater. und ich habe mit ängsten zu kämpfen, die ich bisher nur vom hörensagen kannte. echt jetzt. aber ich packe das. auch mit 10kg übergewicht in meiner scheinschwangerschaft.

Mittwoch, Januar 16, 2008

angeber

ich trage einen dunkelblauen parka. nicht original. dazu fehlt der sogenannte 'schwalbenschwanz' am rückseitigen saum. dafür habe ich eine scheitelfrisur. doller als annie lennox in den 90er jahren. und mit der schlichten, über 20 jahre alten, hellbraunen lederumhängetasche und langweiligen kackbraunen lederhalbschuhen sehe ich im gesamten wohl so aus, wie man sich ein aufstrebendes, rechtschaffenes, jungsozialistisches parteimitglied der DDR vorstellt.

so kann ich also meine herkunft nicht verleugnen - auch wenn sämtliche verwendete materialen hochwertiger verarbeitung entsprechen. einzig der ipod, der mir an den ohren baumelt, verweist auf jugendlichkeit und sexieness. beschallen lasse ich mich übrigens von radioheads neuer, wundervoller musikkreation in_rainbows . und das klingt so, wie es auf der website aussieht. ich stelle mir also zukünftig vor, dass alle menschen die äusserlich meinem anspruch auf aesthetik zuwider laufen, originellen musikgeschmack beweisen. weil die welt sonst ungerecht wäre.

Mittwoch, Januar 09, 2008

jahresreisen

das neue jahr beginnt für mich mit einem wundervollen buch, welches ich von meinem freund m. aus z. geschenkt bekommen habe.

http://www.die-andere-bibliothek.de/index.php?id=70

m. war scheller als ich, denn ebendieses werk stand bei mir für ihn auf der geschenkeliste. ich komme also an den büchern aus meiner lieblingsreihe einfach nicht vorbei. und das ist gut so.

liebherzdank herr h., das ist ganz gross für mich!

Freitag, Dezember 07, 2007

musik ist kunst ist musik ist kunst ist widerstand

http://remix.nin.com

tr hat's getan. der mann hat 'eier'! hut ab.

sad words

"...sometimes I feel so alone, that I wish there'ld be a stronger, longer word for it."

JR, aus Tender Bar, siehe vorangehender Post.

gedankenferien

ich habe dieses buch auf deutsch geschenkt bekommen. aber weil ich zur zeit soviel zeugs in meinen kopf packen muss, habe ich es gegen die englische version getauscht. wenn ich es als bettlektüre lese, habe ich jetzt das gefühl, es beeinflusst meine anderen gedanken nicht. freizeit für meine hirnwindungen sozusagen. es lohnt sich.

Donnerstag, November 01, 2007

schmach

mir kommt es vor als habe ich schon seit ewigkeiten kein buch mehr gelesen. obschon ich jeden tag buchstaben, worte, sätze und abschnitte vor mir habe. zum lesen, recherchieren, überarbeiten und zusammenfassen. alles im sinne von 'lernen'.

das letzte buch, das ich also in den händen hielt und weiter halten werde, ist dieses hier:
 

und weil ich schon lange nicht mehr 'gelernt' habe - so wie man es im sinne von schulunterricht versteht - gelingt es mir nicht, mir nebenher anderes, literarisch wert- und gehaltvolleres zur genüge zu führen. weil es mich schlicht und einfach 'überfordert'.
hmmm...