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Dienstag, November 03, 2009

Danke Hasenherz, danke!

Nun schreite herab, titanischer Bursche,
Und wecke die vielgeliebte Schlummernde dir!
Schreite herab, und umgürte
Mit zartlichten Blüten das träumende Haupt.
Entzünde den bangenden Himmel mit
lodernder Fackel,
Daß die erblassenden Sterne tanzend ertönen
Und die fliegenden Schleier der Nacht
Aufflammend vergehen,
Daß die zyklopischen Wolken zerstieben,
In denen der Winter, der Erde entfliehend,
Noch heulend droht mit eisigen Schauern,
Und die himmlischen Fernen sich auftun in leuchtender Reinheit.
Und steigst dann, Herrlicher du, mit fliegenden Locken
Zur Erde herab, empfängt sie mit seligem Schweigen
Den brünstigen Freier, und in tiefen Schauern erbebend
Von deiner so wilden, sturmrasenden Umarmung,
Öffnet sie dir ihren heiligen Schoß.
Und es erfaßt die Trunkene süßeste Ahnung,
Wenn Blütenglühender du das keimende Leben
Ihr weckest, des hohe Vergangenheit
Höherer Zukunft sich zudrängt,
Das dir gleich ist, wie du dir selber gleichst,
Und deinem Willen ergeben, stets Bewegter,
Daß an ihr ein ewig Rätselvolles
In hoher Schönheit sich wieder künftig erneuert.
(Das Morgenlied von Georg Trakl)

Mittwoch, Juni 25, 2008

Trilogie der sexuellen Unendlichkeit

von Claudia Redlhammer

Ich habe Claudia anlässlich eines Seminars kennengelernt. Ihre engagierte Art hat mich sehr fasziniert, aber auch ein wenig verängstig - so wie ihre Texte und ihr direktes, schonungslos ehrliches Wesen. Eine stolze und starke Frau. Im wahrsten Sinne des Wortes.

I: Die Jagd
Ich wünsche mir, Dich zu erkennen. Erkennen unter all dem Mittelmaß, in dem ich wandere. Ich träume, immer wieder von der Liebe. Damit ich Dich einmal lieben kann, trotz meiner Ängste. Ich brauche, viel Deiner Kraft. Damit ich nicht schwach werde, beim Kampf um Dich. Ich fühle, es gibt kein Ziel. Denn wenn ich Dich gewonnen habe, wird es Zeit für mich, in die Ferne zu blicken, und weiter zu gehen.

II: Der Genuss
Aber vor meinem Abgang, werde ich mich noch von Dir Lieben lassen. Werde ich mir noch die Lust verschaffen, Dich zu erregen. Deine Lust auf mich, auskosten. Mich von Deinen Augen öffnen lassen, während sie mich abtasten, entlang an meinen vollen, längst geöffneten Lippen. Wie sie meinen Hals entlanggleiten, und meine Brüste liebkosen, bevor sie in meinen Schoß verweilen. Deinen Mund auf meinem zu fühlen, Deine Zunge zu necken, das Kribbeln in meinem Bauch genießen, wenn Du an meinen Brüsten saugst, kurz, bevor Du meine geheimste Stelle zum Kochen bringst. Und dann, wenn Du Dich endlich ausziehst, Deinen Schwanz zu sehen, ihn riechen und schmecken zu dürfen, und ihn dann, als Vollendung, in mir zu spüren. Bevor ich in die Ferne blicke, um weiter zu gehen.

III: Die Erkenntnis
Denn wenn Du mich berührst, auf die immer gleiche Art, an den gleichen Stellen wie gestern und vorgestern. Wenn ich verzweifelt versuche, Deine Männlichkeit zum Stehen zu bringen, und Du mir erklärst, der Stress würde ihr Bodenhaftung verordnen. Und wenn dann, der Ekel vor der Gewohnheit, nicht nur meinen Körper, sondern auch meine Seele erreicht ...Dann wird es Zeit für mich, in die Ferne zu blicken, und weiter zu gehen.

http://www.redlhammer.com/

Dienstag, April 17, 2007

erdbeer-eis-zeit

copyright by th. grünberger














copyright by kai schwarzer

Donnerstag, März 15, 2007

lustmerkmal

die kurven umhüllt, nur kurz noch vor dem winter verborgen.
ein rundformiges zittern in der frühlingsfrische,
gänsehaut unter dem kleiderstoff, eng.
kaltwindiges provoziert das erotisierende kribbeln für den knospenschau im seidenwall der weiblichkeiten.

wohin wird geschaut, wenn nicht in die ausschnitte der luststeigernden busenbriesen?

das berührbefangene körperkaschieren, so wie es sich nur jetzt präsentiert.
unwissend feilgeboten an die lust, zu schauen und zu schmecken.
das zungenspiel kostet vom saugenden beissen am spitzen formenstraff.
solange, bis leidenschaftliches hart die wolllust schürt.

wunschwallungen umspülen das wohlweich der schenkel.
durch lippenzehr willig benetzt - jetzt, da kosung entspannt -
ist sie aufnahmebereit für salzschmeckiges leben.

ein willensstark geschwächtes durchbeben im wiegen der fülligen leibesmassen,
kraftvoll, taktlos ergeben in des liebesstoss' langer atem.
bittstellend, flehend unter zurückhaltenden körperzuweisungen.

zäh in tiefe schlunde triefend der erguss wortgewaltiger versprechen,
begleitet vom heisshäutigen erregungsrot der liebesschläge.
unschuld lächelt in gier.


sir_n für der liebenden schatten, frühling 2006